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Autismus und Reha: Vorbereitung (Teil 1)

Aktualisiert: 30. Nov. 2022



Ich habe länger überlegt, ob eine Reha für mich das Richtige ist, oder nicht. Aber ich hatte 2020 ein ziemlich schweres Burn-Out. Ich konnte nicht arbeiten und selbst die kleinsten alltäglichen Dinge bekam ich mehr nicht wirklich hin. 2021 folgte ein Rückfall. Währenddessen befand ich mich in ambulanter Psychotherapie.


Obwohl es mir inzwischen besser geht, merke ich, dass ich immer noch Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme habe und sehr wenig belastbar bin. Es ist, als ob mein Gehirn verstanden hat, was die Ursachen für das Burn-Out sind, aber der Körper noch nicht soweit ist. Daher habe ich mich dafür entschieden eine Reha zu machen.



Was muss ich zuerst machen?

  1. Zuerst habe ich mich mit meiner Psychiaterin beraten. Sie hielt eine Reha für sinnvoll.

  2. Ich habe herausgefunden, dass die Kosten meistens die Rentenversicherung übernimmt.

  3. Dann habe ich meine Rentenversicherung angerufen und diese meinten, dass ich eine Reha in Anspruch nehmen darf. Dazu gibt es bestimmte Kriterien, die man erfüllen muss.

  4. Dann erhält man eine Menge Unterlagen von der Rentenversicherung.

Darf ich mir die Klinik aussuchen?

Die Rentenversicherung hat meist Partnerkliniken, die sie auf ihrer Website auflisten. Aber als Patient hat man immer das Wahlrecht für die Klinik. Man darf eine oder mehrere Wunschkliniken auswählen.


Tipp: Wenn ihr eure Wahlklinik nennt, schreibt unbedingt eine Begründung für die Wahl dazu. Die Klinik sollte geeignet für eure Probleme sein. Eine gute Begründung wäre z.B. besondere Therapieauswahl bei Depressionen.


Gibt es eine Reha-Klinik für Autismus?

Es gibt lediglich Reha-Kliniken für autistische Kinder. Für autistische Erwachsene gibt es bisher keine Reha-Klinik. Das ist unglaublich frustrierend! In ganz Deutschland gibt es keine Einrichtung, die sich mit Autismus bei Erwachsenen auskennt! Bei ADHS sieht es da zum Glück schon besser aus.


Nach welchen Kriterien habe ich meine Klinik ausgesucht?


Ich habe meine Klinik nach dieser Erkenntnis nach folgenden Kriterien ausgesucht:

  • sollte in der Nähe von meinem Heimatort sein, sodass meine Familie mich sehen kann bzw. ich nicht so weit weg bin

  • eine kleine Einrichtung (sodass ich nicht die Orientierung verliere)

  • spezialisiert auf Burn-out und Depression

  • kein Klinikambiente

  • viel Natur

  • ein salutogenetisches Verständnis des Menschen (der Mensch wird als Ganzes gesehen und nicht nur seine Symptome, es wird hin zur Gesundheit gearbeitet).

  • positive Rezensionen bei Google und einschlägigen Klinikbewertungsseiten

Meine Wahl ist auf die Klinik Allgäuer Bergbad gefallen.


Was sind die nächsten Schritte?

  1. Ausfüllen der Unterlagen

    1. ... für die Rentenversicherung (u.a. Gesundheitszustand, finanzielle Abdeckung, wie viel Krankheitstage man bereits hat)

    2. ... durch den Arbeitgeber

    3. ... durch die behandelnde Ärztin / des Arztes

  2. Einreichen der Unterlagen

  3. Warten auf Bestätigung / Ablehnung der Reha und der Wunschklinik

  4. Bei Genehmigung: Kontaktieren der Wunschklinik

Barrieren für Menschen mit ASS / ADHS


Die vielen Unterlagen auszufüllen, war ziemlich anstrengend. Das ist es vermutlich für die meisten Menschen. Aber für Menschen, die Schwierigkeiten mit der exekutiven Funktion haben (u.a. planen, zielorientiertes Arbeiten), ist das eine Beantragung einer Reha besonders herausfordernd. Man muss unglaublich viele Formulare ausfüllen, Formulare an die Krankenkasse, den Arbeitgeber und die behandelnde Ärzte schicken. Manche Formulare müssen erst kurz vor Antritt der Reha eingereicht werden. Oder das Arbeitsamt muss benachrichtigt werden. Das alles im Überblick zu behalten und zu koordinieren, trotz Alltag und der ohnehin schon schlechten exekutiven Funktion, empfand ich als extrem herausfordernd. Oft habe ich den Überblick verloren, oder habe mich krampfhaft daran erinnert, dass ich noch Formulare auszufüllen habe. Bis jetzt kann ich nicht sagen, ob alles ordnungsgemäß eingereicht wurde oder nicht.


Tipp: Lasst euch von jemanden helfen, wenn ihr könnt. Stellt euch Timer für Deadlines. Markiert die Formulare, sodass sie in Sichtweite bleiben.


Genehmigung der Reha


Meine Reha wurde mitsamt der Wunschklinik genehmigt! Da war ich sehr erleichtert. So ging es weiter:

  1. Kontaktieren der Klinik

  2. Termin zum Aufenthalt ausgemacht

    1. Begleitpersonen können mitaufgenommen werden

    2. Wichtig: die Genehmigung ist nur für 6 Monate gültig!

  3. Nochmal Unterlagen erhalten

    1. für Ärztin

    2. für Krankenkasse

    3. zum selbst ausfüllen

  4. Alles ausfüllen und wieder wegschicken

  5. Die Rentenversicherung schickt alle weiteren Unterlagen an die Klinik

Jetzt heißt es erst mal abwarten und die letzten Dokumente verschicken!


Teil 2 folgt nach der Reha...

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