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  • AutorenbildMelanie

Wie sieht mein Autismus aus?


Autismus zeigt sich bei jedem autistischen Menschen anders. Das heißt, nicht jeder autistische Mensch ist gleich oder hat die gleichen Schwierigkeiten, wie ein zweiter autistischer Mensch. Jeder autistischer Mensch ist einzigartig, was öfter die Diagnose erschweren kann.


Ich versuche eine für mich passende Definition für meinen Autismus zu finden, aber zunächst einmal eine generelle Definition. Autismus betrifft die sensorische Wahrnehmung, die exekutive Funktion, die Interaktion und die Kommunikation. Es ist eine andere Art des Seins. Wo andere Menschen ein Reizfiltersystem haben, mit welchem sie unwichtige Reize ausblenden können, egal ob sensorische oder kommunikative Reize, haben autistische Menschen das nicht. Ihr kognitives, sensorisches und emotionales System erreichen unzählige Reize, die sie versuchen bewusst zu filtern. Wenn sie das nicht machen, ist für sie alles zu laut, zu intensiv oder nicht eindeutig genug. Um damit einfacher fertig zu werden nutzen sie Kompensationsmechanismen, Stimming, Spezial-Interessen, Masking etc.


Mein Autismus zeigt sich wie folgt:

  • Ich bin sehr empfindlich gegenüber Reizen (mir ist schnell alles zu laut, zu grell,....)

  • Interaktion empfinde ich als sehr anstrengend, wenn sie nicht planbar ist

  • Ich mag keine plötzlichen Veränderungen und tue mir damit schwer (was ich mir nicht sofort anmerken lasse)

  • ich brauche genaue Abfolgen von Dingen (z.B. via To-Do Listen, Listen ( Abfolgen in meinem Kopf)

  • Ich merke mir Gesichter nicht so gut bzw. nur die, die ich wissen muss (Familie, Freunde, Beruf)

  • Ich tu mir extrem schwer mit Multitasking

  • Flirten erschließt sich mir nicht

  • Ich komme mit indirekter / uneindeutiger / impliziter Kommunikation nicht gut klar

  • Ich kommuniziere am liebsten schriftlich und eindeutig

  • Ich kann mich sehr gut alleine beschäftigen, trotzdem habe ich Freunde

  • Mit Team-Arbeit tu ich mir schwer

  • Planen von komplexeren Tätigkeiten fällt mir schwer

  • Wenn mir etwas zu viel wird, brauche ich Rückzug und Isolation

  • Ich reagiere mit Shutdowns / seltener mit Meltdowns auf eine Reizüberflutung

Da ich ebenfalls hochsensibel bin und ADHS habe, bin ich ein sogenannter neurodiverser "Mischtyp". Mischtypen sind schwerer zu diagnostizieren, da ihre neurodiversen Besonderheiten sich z.B. gegenseitig "aufheben". Das heißt, durch die Hochsensibilität bin ich ein sehr guter Empath und kann relativ gut auf mein Gegenüber eingehen, das wegen des Autismus kann ich das nicht unbedingt lange aufrechterhalten.



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